Von Blockwärtinnen und Platzkühen

 

Erklärung von Justus Wertmüller auf der Veranstaltung „Der Sarrazin-Komplex“ am 27.Oktober 2010 in Halle

 

Zu Beginn eine Neuigkeit, die einige von Euch interessieren dürfte. Bekanntlich habe ich vor gut zwei Jahren hier in Halle dem Schmuddel-Sender Radio Corax ein Interview gegeben, das es zu einiger Berühmtheit gebracht hat. Darin habe ich unter anderem gesagt, dass die Linken, und zwar alle, sowohl ihrem Aussehen wie ihrer Gesinnung nach hässlich seien. Diese Beschreibung eines ganz und gar verkommenen Menschenschlags halte ich unbedingt aufrecht und bedauere nachträglich nur, es ein wenig an Deutlichkeit fehlen gelassen zu haben. Im benachbarten Leipzig hat das Plenum des Conne Island vorgestern nach ewigem Gestammel und Gebrabbel – sie nennen das Diskussion – nach dem Konsens-Prinzip beschlossen, dass ein Vortrag von mir dort nicht stattfinden dürfe. Ein Drittel der Anwesenden sprach sich dagegen aus, ein Drittel schwieg hartnäckig und ein Drittel, bestehend aus den Genossen des Bündnis gegen Antisemitismus (BgA) samt Umfeld, sprach sich dafür aus. Zur Begründung musste herhalten, dass ich zusammen mit Uli Krug vor 10 Jahren den Artikel „Infantile Inquisition“ geschrieben habe, also den anerkannten Klassiker zum Thema linke Vergewaltigungsdebatten. Womit klar sei, dass ich nicht nur ein Sexist, sondern eben auch ein schlimmer Verharmloser von Vergewaltigungen sei. Darüber hinaus wurde behauptet, es handele sich bei mir um einen Rassisten und schließlich wussten einige zu bemerken, dass einer, der die Linken als hässlich bezeichne, mit ihnen gar nicht diskutieren wollte, womit sie irgendwie schon recht haben.

 

Die Leipziger Szene und insbesondere deren ständiger Treff, das Conne Island, galten bislang als gar nicht so richtig links. Dieses Spektrum stand im Geruch, israelsolidarisch und antideutsch zu sein, es mit Bellizisten zu halten und Pazifisten zu verhöhnen. Ob das wirklich stimmt, weiß ich nicht. Jedenfalls stimmt es inzwischen nicht mehr. Das Conne Island war einmal ein Ort, von dem ich dachte, dass er schwerpunktmäßig von Menschen aufgesucht wird, die ich für nicht hässlich halte. Ich habe mich geirrt. Spätestens mit dem Auftreten einer deutschen Mädelschaft, die sich „Antifaschistischer Frauenblock“ (AFBL) nennt, zieht die Hässlichkeit ins Conne Island ein. „Verhältnis, Struktur, strukturell, antiemanzipatorische Strukturen, blinder Fleck, Geschlechterverhältnis, Kategorie, Formierung von Geschlechtern, geschlechtliche Rollenzuschreibungen, sexistische Hierarchien, gesellschaftliches Prinzip der antagonistischen – dualen – Aufteilung.“ Diesen hirnverbrannten Wortbrei, diesen infernalischen Denkmüll, habe ich einem einzigen Aufsatz dieser Mädels entnommen, dem Aufsatz von Mädels, die bereits beim ersten Plenum zur Frage, ob Wertmüller im Conne Island reden darf, ihr „vorläufiges Veto“ in den Raum geworfen haben. Meine Damen und Herren, bis zum Gegenbeweis darf man konstatieren: Wo immer sich in der Mehrheitsgesellschaft eine Frauengruppe auftut, ist nichts anderes als Karrierismus, Konformismus und identitäres Erpressertum zu erwarten. Und weil Konformismus und Karrierismus seit Jahren ein besonders auffälliges Merkmal der per se identitären Linken ist, die sich als kollektiver Leitartikel der Süddeutschen Zeitung in Szene setzt, und irgendwo im Kreativ-Business oder anderswo im ideologischen Sektor für ihre Mitwirkung an der Aufrechterhaltung des deutschen Konsenses belohnt werden wollen, sind die deutschen Blockwärtinnen vom AFBL lediglich Avantgarde einer Szene, in deren Mitte eine so illiterate Zeitschrift für Opportunisten mit akademischem Anspruch wie die Phase 2 steht. Weil es so ist, dass das beliebte Spiel „Haut den Justus“ mich nur insofern meint, als ich es an Deutlichkeit nicht fehlen lasse und gleichwohl auf wachsenden Zuspruch rechnen kann; weil noch nicht einmal die Zeitschrift, zu deren Redakteuren ich gehöre, gemeint ist, obwohl der wachsende Absatz, den die Bahamas auch in Leipzig verzeichnet, schon Grund für besinnungslosen Hass ist; weil über Wertmüller und Bahamas hinaus an uns gehasst wird, dass wir Denk- und Sprachschablonen rücksichtslos verwerfen und so längst übernommen haben, was man früher einmal die Linke, die Emanzipation, die Revolution genannt hat, spitzt sich der Neid der konformistischen Versager und Versagerinnen zum Volkssturm auf die Vortragssäle zu. Das macht man mit Drohungen gegen Raumvermieter, wie es zuletzt in München und Lübeck und davor in Hamburg letztlich erfolglos versucht wurde, oder man macht es als Gender-Platzkuh im Plenum des Conne Island. Rettet die linken Zusammenhänge vor dem Wertmüller, haltet euren Kiez vor Antideutschen sauber, rettet die deutsche Volksgemeinschaft vor dem Stachel – jawohl, dem Stachel, dem penetrierenden Stachel – der Kritik! Das ist Leipzig, das ist das Conne Island. Ich fordere alle unter Euch, die über Kontakte nach Leipzig verfügen und das, was das Conne-Islands-Plenum vorgestern verbrochen hat, so nicht stehen lassen wollen, auf: Sagt ihnen Bescheid, macht ihnen deutlich, dass zur Schande Spott und Verachtung kommen. Macht vor allem jenem dumpf schweigenden Drittel, der Phase 3 im Plenum, das sich da lieber nicht verhalten wollte, wie man sich im Linkssprech ausdrückt, klar, dass sie das eigentliche Problem darstellen. Möge keiner aus dem Conne-Island-Umfeld sich in Zukunft mehr trauen, sich außerhalb der Linken zu stellen. Möge keiner zu und nicht etwa für Israel in Zukunft sein Maul mehr pseudosolidarisch aufreißen und so tun, als wäre er oder sie es nicht gewesen – vorgestern auf dem überfüllten Plenum des Conne Island. Das könnte Euer Beitrag sein, liebe Freundinnen und Freunde: Sagt ihnen, dass sie so hässlich sind, wie Linke es eben sein müssen. Eine Veranstaltung mit mir in Leipzig wird selbstverständlich zeitnah stattfinden – natürlich nicht im Conne Island.

Nun aber weiter zum Star des Abends: Thilo Sarrazin.