Köln, Mittwoch, 18. Januar 2012, 19:30 Uhr

Probebühne der Studiobühne Köln, Universitätstsr. 16, 50937 Köln

Vortrag und Diskussion mit Magnus Klaue

 

Durchbruch

Ästhetische Erfahrung und 'Vorrang des Objekts' bei Theodor W. Adorno

Der „Vorrang des Objekts“, der für die „Ästhetische Theorie“ Theodor W. Adornos eine entscheidende Rolle spielt und einerseits auf Hegels Rede von der „Freiheit zum Objekt“, andererseits auf den psychoanalytischen Begriff der „freien Objektbeziehung“ rekurriert, wird regelmäßig zum Anlaß genommen, Adornos Ästhetik jedes emphatische Verständnis von Rezeption und ästhetischer Erfahrung abzusprechen.

In genauer Lektüre von Adornos Vorlesungen zur Ästhetik möchte der Vortrag diesem Ressentiment durch eine Rekonstruktion von Adornos Begriff ästhetischer Erfahrung begegnen, der auf Objekterfahrung im vollem Sinn des Wortes zielt - auf eine Erfahrung irreduzibler Gegenständlichkeit, die jede bloß subjektive Wahrnehmung übersteigt und sich in keinerlei‚ Rezeptionsprozeß‘ auflösen läßt, weil das Subjekt als borniertes, partikulares in ihr an seine Grenze stößt und erfährt, was es sein könnte, wenn es seinem Begriff gerecht werden und seine empirische Konstitutionsform abstreifen könnte. Darauf zielt der Begriff des „Durchbruchs“, wie Adorno ihn in seinen Vorlesungen in Rekurs auf den platonischen Terminus des Enthusiasmus entwickelt.

 

Veranstalter: SprecherInnenRat der Philosophischen Fakultät der Uni Köln