Titelbild des Hefts Nummer 93
Für Israel
gegen die postkoloniale Konterrevolution
Heft 93 / Winter 2024
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Es geht um Israel

„Aber ich […] habe nichts einzuwenden gegen die Lehre, daß alles bezahlt werden muß“. (1) Dieses Zitat von Thomas Mann aus dem Jahr 1942 bezog sich auf die Bombardierung seiner Heimatstadt Lübeck, die er ausdrücklich guthieß. Jüngst ist es wiederverwendet worden, ergänzt um ein Bild der Ruinen einiger Wohn- und Geschäftshäuser in Gaza Stadt, die seit dem 7. Oktober 2023 in großer Zahl von der IDF beschossen werden.

Thomas Mann ging von zwei Annahmen aus: Es kann nicht sein, dass einer dem Regime willfährigen Bevölkerung erspart bleibt, was sie in den Fällen Guernica, Rotterdam und Coventry etc. teils jubelnd, teils achselzuckend quittiert hat. Und: Es gibt eine gesittetere Welt als die deutsche, die in gemeinsamer Kraftanstrengung den totalen Regime Change in Deutschland herbeiführen wird, in der Zuversicht, dass die deutschen Schrecken für die Zukunft gebannt werden können. In den Jahren nach 1945 blieb es dem deutschen Selbstgespräch überlassen, immer und immer wieder um den „britisch-amerikanischen Luftterror“ (2), wie Josef Goebbels sich ausdrückte, zu kreisen, ohne dass die Welt ihnen zugehört hätte. An die Legende von der unschuldigen deutschen Bevölkerung hat in den Kriegsjahren und in den ersten Jahrzehnten danach niemand geglaubt, wohl aber daran, dass die zerstörten Städte und die 600.000 in ihnen zu Tode Gekommenen, genauso wie die in den ersten Nachkriegswintern Verhungerten und Erfrorenen die Folge der Spekulation auf den Endsieg waren, die das Land der Täter zu tragen habe. Dass beginnend mit der Kapitulation in ständig wachsender Menge Hilfsgüter vor allem aus den USA nach Deutschland geschafft worden sind, war Ausdruck von Humanität und nicht schlechtem Gewissen.

Wie konntet ihr das zulassen?

Die Hamas feuert seit Jahren immer wieder wahllos Raketen auf Israel ab, sie und ihre Spießgesellen lassen seit Jahrzehnten keine Gelegenheit aus Juden zu töten. Wenn es nach ihr ginge, dann wäre der 7. Oktober 2023 nur ein Meilenstein auf dem Weg zum totalen Sieg über Israel und für den totalen Djihad, der keine Grenzen kennt, sondern die Ungläubigen weltweit vernichten will.

Am 7. Oktober 2023 und in den ersten Tagen danach verlautbarten die westlichen Länder noch, Israel müsse sich wehren können. Doch schon kurze Zeit später wurde vor einer humanitären Katastrophe – in Gaza – gewarnt, heute folgt die öffent­liche Meinung und die der Regierungen den Losungen des antisemitischen Mobs auf den Straßen von Athen, London, Madrid, New York, aber eben auch von Berlin, Hamburg oder München.

Während entlang der Grenze zum Gazastreifen Siedlung um Siedlung geräumt wurde – soweit da noch etwas zu räumen war – und an der libanesischen Grenze die Menschen zu Tausenden evakuiert werden mussten, während also ein wenn auch noch sehr kleiner Teil Israels vorübergehend als Areal für menschliche Ansiedlung aufgegeben wurde und Zeltstädte für Evakuierte gebaut wurden, sorgt sich die freie Welt um die Wohngebäude in Gaza. Während israelische Raketen ihre Ziele treffen, z.B. auf den Dächern von Hochhäusern, von denen aus die Hamas ihre Raketen abfeuert, oder auch Wohnungen, in denen die Herren ihre Mordpläne schmieden, während sich die israelische Luftwaffe und Artillerie offensichtlich müht, Zivilisten zu schonen, schreit die freie Welt schon eine humanitäre Katastrophe herbei, einen israelischen Genozid an Unschuldigen. An Unschuldigen, die genau wissen, wer auf dem Dach sitzt, wer in der Etage unter ihnen die Pläne schmiedet und wer noch weiter unten in den Tunneln Waffen hortet und Juden als Geiseln gefangen hält.

Die für den Bombenkrieg gegen Deutschland Verantwortlichen waren nicht auf Rache aus; sie hatten sogar darauf gebaut, dass die Zivilbevölkerung in ihrer Durchhaltemoral gebrochen werden könnte und hatten sie eindrücklich zum Verlassen ihrer Heimatstädte aufgefordert, z. B. mit tonnenweise über den Städten abgeworfenen Flugblättern – wie die IDF jüngst über Gaza-Stadt. Man kann die Verantwortlichen für den antisemitischen Terror des 7. Oktober nicht aus dem Gazastreifen herausbeamen, sondern muss sie dort angreifen, wo sie sich verstecken. Israel kann zu ihrer Bekämpfung nicht mehr unternehmen, als es bereits tut: das Gebiet spalten, die Zivilbevölkerung Richtung Süden abziehen lassen und sobald es geboten ist, das gesamte Territorium besetzen. Dagegen aufzubegehren bedeutet, die Ziele Israels für illegitim zu erklären, das israelische Volk dazu zu nötigen, Mordbrennern Pardon zu gewähren und die palästinensische Zivilbevölkerung im Gazastreifen in ihrer Hoffnung oder auch ihrer Verzweiflung zu bestärken, dass nach ein paar Wochen Krieg alles wieder beim Alten sein werde. Dass sie also beim iranisch, katarisch, europäisch und durch die UN finanzierten Wiederaufbau, der natürlich auch die Wiederaufrüstung meint, wieder kräftig in die Hände und den toten Juden aufs Grab spucken kann – bis zum nächsten Mal.

Das lernen wir nicht aus den Zeitungen oder von Politikern und anderen Konfliktforschern. Stattdessen erteilen sie Lektionen über unteilbare Mitmenschlichkeit, darüber, dass in Not und Tod alle gleich seien, dass jeder, egal welcher Herkunft, rein menschlich berührt und ohne Kalkül über seine toten Angehörigen klagt, mithin alle Unbewaffneten auf beiden Seiten unschuldig seien. Die einen aber sind ermordet worden, weil sie der Feindrasse zugeschlagen wurden, sie sind in ihren Schutzräumen aufgestöbert und erschossen, verbrannt oder totgestochen, durch die Wüste gejagt und abgeschossen worden, als wären die Täter mit Paintballspielen beschäftigt gewesen; die anderen sind trotz größter Umsicht der IDF in einem gerechten Krieg, in dem sie auf der falschen Seite, sprich: der des Aggressors standen, umgekommen. Nach den ca. zweitausend Intensivtätern sind am 7. Oktober 2023 weitere in Tausenden zu zählende Samstagsspaziergänger über die offene Grenze – ja genau: über die offene Grenze – gekommen. Es waren Zivilisten – jawohl: Zivilisten –, die befriedigt über die Leichen der von ihren Brüdern ermordeten Menschen gestiegen sind, um deren Häuser zu plündern. Es ist nicht leicht, Mitgefühl für diese Unmenschen und ihre zahlreichen Angehörigen zu empfinden, die es nicht mehr rechtzeitig zum Plündern und Leichenfleddern geschafft haben. Denn als es am schönsten war, kam die IDF dann doch.

Und dennoch werden die Bewohner Gazas von der IDF nicht gezielt gejagt, planvoll in die Luft gesprengt oder dem Hungertod ausgesetzt, wie behauptet wird. Gewiss, die gesamte Bevölkerung wurde gewaltsam in den Ausnahmezustand versetzt – durch die IDF. Viele sind durch sie zu Tode gekommen. Aber zu den Taten, für die irgendwann einmal bezahlt werden müsste, gehört eben auch die Unterstützung oder nur die apathische Hinnahme eines Regimes, über dessen Verantwortliche man noch nicht einmal weiß, was sie tun würden, wenn plötzlich Hunderte von Müttern vor ihrem Hauptquartier stünden, die ihre Kinder herzeigen und das Ende des Widerstands fordern. Es hat dergleichen nämlich noch nie gegeben.

Die seit nunmehr neun Wochen weltweit bekundete Verbundenheit mit den geschundenen Zivilisten im Gazastreifen scheint also doch von einer Sympathie getragen zu sein, die die Bewunderung für die mordenden Söhne und Männer miteinbezieht. Nach dem 8. Mai 1945 hatten einige hundert Deutsche ein paar schwere Tage, als sie die U.S. Army mit genau dieser Frage – wie konntet ihr das zulassen? – konfrontierte und zur Besichtigung der gerade erst befreiten Konzentrationslager zwang. Mehr als ein verstörender Sonntagnachmittag war das nicht. Aber immerhin lastete jahrzehntelang ein Generalverdacht auf allen Deutschen, den sie ganz richtig als die Unterstellung einer Kollektivschuld werteten. Wie konntet ihr zulassen, dass massenmörderische Werwölfe in euren Kellern, Krankenhäusern und darunter sich einnisten, wären analog die Bewohner des Gazastreifens zu befragen. Wo waren eure Bemühungen, diese Werwölfe auszuräuchern? Wo sind die „Verräter“ unter euch, die dem Mossad vor und nach dem 7. Oktober 2023 relevante Informationen gegeben haben? Und sie wären zu befragen, warum denn seit Wochen niemand den Mund aufmacht gegen die barbarischen Taten, deren Beweise von Smartphone zu Smartphone geschickt wurden, bevor der Strom ausging. Die Möglichkeit der Gaza-Bewohner, einmal Bestandteil einer gesitteteren Welt zu werden, hat zur Voraussetzung, dass sie restlos bezwungen werden, ihre Führung liquidiert wird und sie Gefahr laufen, für die Äußerung ihrer Gedanken und Wünsche über Jahre als Outlaws zu gelten, in einem Gebiet, das dann wirklich ein Freiluftgefängnis zu sein hätte. Um in der Analogie zu bleiben: Sie hätten eine kollektive Palestinian Guilt anzuerkennen.

Palästine never stand allone

Doch die gesittetere Welt, die Thomas Mann vor allem in den USA, aber darüber hinaus auch in der Anti-Hitler-Koalition erkannt hatte, gibt es heute noch weniger als damals. Seit spätestens Mitte Oktober zeichnet sich ab, dass Israel nicht so frei ist, seine Ziele so zu verwirklichen, wie es der Bedrohung angemessen wäre. Im schlimmsten Fall kommt es zu einem dauerhaften Waffenstillstand, der besiegeln würde, dass Israel in seiner Souveränität derart empfindlich verletzt ist, dass es den Erpressungen seiner Todfeinde und seiner fragwürdigen Freunde so lange nachgeben muss, bis es sich einer Zweistaatenlösung genannten allmählichen Liquidierung seiner Existenz als jüdischer Staat fügen muss. Was Zweistaatenlösung allein bedeutet, hat die Hamas am 7. Oktober 2023 den Juden demonstriert. Der Gazastreifen ist ein Unstaat, weil seine Beherrscher keine Grenzen anerkennen und damit verbunden keine Verantwortung auch für die soziale Lage der Bewohner zu übernehmen bereit sind. Und doch ist das Gebiet faktisch ein Staat, weil in einem genau definierten Gebiet das Gewaltmonopol in den Händen von Bewohnern dieses Gebiets liegt und sie davon nach innen und außen Gebrauch machen. Bekanntlich halten es nach einer kürzlich erfolgten Befragung 75 Prozent der Palästinenser mit der Hamas und ausdrücklich auch mit ihrem Vorgehen am 7. Oktober 2023. Einen Vorgeschmack von palästinensischer Staatlichkeit haben in den letzten 9 Wochen in Jenin die Exekutivorgane eines zukünftigen Staates schon gegeben. Die Folgen einer Zweistaatenlösung wären der Massenexodus der israelischen Juden und/oder der Holocaust. Wie so etwas vonstattengeht, war kürzlich am erzwungenen Massenexodus der christlichen Bewohner von Berg-Karabach zu verfolgen. Wie lange der armenische Staat, in den sie geflohen sind, noch existiert, vermag niemand zu sagen.

Die prekäre Lage Israels resultiert nicht nur aus den enormen militärischen Risiken, einschließlich der Gefahr eines Zwei-Fronten-Krieges, auch nicht allein aus dem Zögern der USA und immer frecher vorgetragenen Aufforderungen zum bedingungslosen Waffenstillstand mit der Hamas durch die Regierungen der EU. Die Verhöhnung der israelischen Opfer, die schon nicht mehr nur verklausuliert vorgetragene Forderung nach einer Auslieferung der zunächst nur israelischen Juden an ihre Mörder, deren Real-Splattervideos eben nicht nur in moslemischen Kreisen herumgereicht werden, all das ist mehr als nur ein Exportprodukt aus Gaza, sondern Ausdruck der immer unheilvolleren Identifikation mit den Tätern, die Israel obendrein zur Gefahr zu werden droht.

Die Bewohner Gazas müssen sich der selbstgemachten Bilder ihrer Untaten nicht schämen, keiner verlangt es ihnen ab. Denn ihre Taten verschaffen nicht nur den qua Religion und angeblicher Abstammung mit ihnen Verbundenen tiefste Befriedigung, sondern auch jenen jungen Frauen, die zumeist ohne Kopftuch und ohne islamischen Migrationshintergrund in europäischen Ländern und auch den USA immer ganz vorne mit dabei sind, wenn es darum geht, sogenannte Femizide zu beklagen. Die gleichen Frauen schweigen, wenn es gegen Israel geht, entschlossen darüber, was jungen jüdischen Frauen an Ten Seven angetan wurde – das Schicksal der Deutsch-Israelin Shani Louk steht für mindestens Hunderte. Man weiß längst auch in der moslemischen Welt, dass in den Weltregionen, auf die es ankommt, Anklagefloskeln wie „me too“ und die Klagen über Femizide hinter der stumpfsinnigen Feststellung „black lives matter“ zurückzustehen und letztlich zu verschwinden haben, und man weiß vor allem, dass alle Juden, also auch die vergewaltigten und danach ermordeten Jüdinnen, als weiß zu gelten haben, was mit dem entmenschten Wissen einhergeht, dass deren Leben und körperliche Unversehrtheit eben nicht zählt.

Palästinenser gelten selbstredend als schwarz. Zwei nach der Hautfarbe zu urteilen afrikanischstämmige Frauen waren es, die gerade einmal eine Woche nach Ten Seven eine propalästinensische Großdemonstration am 14. Oktober 2023 in London besuchten und zur Feier des Tages auf der Rückseite ihrer Jacken ein Bild fixiert hatten, das einen der Paraglider darstellt, die am Morgen des 7. Oktober 2023 zur Landung auf israelischem Gebiet angesetzt hatten. Die arabische Jubelmeute marschiert nicht allein: they never stand alone – egal, was sie gerade verbrochen hat.

Zeigt her Eure blutigen Hände!

Das geht auch uns an. Nicht, weil irgendein Freund Israels die offene oder halb versteckte Genugtuung über das Gemetzel vom 7. Oktober 2023 gutheißen würde und wohl auch nicht, weil er oder sie bereit wäre, die Untaten mit einem angeblichen Genozid an den Zivilisten in Gaza aufzurechnen. Allein, es fehlt der Mut auszusprechen, dass einmal bezahlt werden müsse und dass diese Forderung nichts mit der nach einer Vergeltungsaktion an der Zivilbevölkerung im Gaza zu tun hat. Ins Wort zu fallen wäre jenen, die mit Israel solidarisch sind, aber ein Holocaustprogramm zum „Nahostkonflikt“ schönreden und öffentlich die Hände ringen, weil verstockte Hardliner „auf beiden Seiten“ einen echten Frieden zwischen Juden und Palästinensern im Weg stünden, wo doch eine Zweistaatenlösung gerade jetzt nötiger denn je sei. Zu bestehen wäre dagegen auf dem Wissen, dass nicht nur das iranische Regime und seine ­Satrapen und die mit ihnen paktierende sunnitische Muslimbruderschaft keine Juden im Nahen Osten dulden werden, sondern dass dieser Wille zur Vernichtung die islamischen Communities über die Kontinente und ihre inneren Konflikte hinweg zusammenhält. Islamophobie, wie man die berechtigte Kritik am Islam zu pathologisieren gewohnt ist, ist die Grundvoraussetzung, um mit Israel solidarisch zu sein. Es ginge um eine Beweislastumkehr: Allen, die zwischen dem Islam und Islamisten unterscheiden wollen, wäre entgegenzusetzen: Niemand, der sich als echter Moslem zu erkennen gibt, hat es bis heute für nötig gehalten, sich kompromisslos gegen die Gemetzel des 7. Oktober auszusprechen. Schon deswegen wäre auf den Islam, seine Führer und die Mitglieder der Umma mit dem Finger zu zeigen, als Kollaborateure mit dem Massenmord vom 7. Oktober 2023.

Die Mörder hatten den Parteiauftrag, möglichst viele Juden zu vernichten, zu späterer Verwendung Geiseln zu nehmen und in den Gazastreifen zu verschleppen. Sie haben ihn glänzend erfüllt, nur: waren da nicht auch in den Augen ihrer Fans und der verständnisvollen Unterstützer Schönheitsfehler im Befreiungskampf zu kon­statieren? Im Westen bezichtigt niemand Israel und die israelischen Medien, sie verbreiteten Gräuelpropaganda, wenn sie in sachlichen Worten von den Untaten berichten. Jeder weiß, dass die israelischen Berichte vor den Bildern und Videos der Mörder verblassen, die sie in Massen gemacht und sofort ins Netz gestellt haben, und jeder weiß auch, dass noch dieses Material nur ausschnittsweise dokumentieren kann, was einige tausend junge Männer im Auftrag ihrer Führung und unter Billigung ihrer Verwandten, Freunde und Nachbarn angerichtet haben.

Auch das hat eine Vorgeschichte: Als im Oktober 2000 ein palästinensischer Lynchmob in Ramallah zwei israelische Reservisten niedergemetzelt hatte und danach mit bloßen Händen die noch Lebenden in Stücke riss, tauchten nicht nur die unmittelbar an der Tat Beteiligten ihre Hände in das Blut der Opfer, sondern auch die Umstehenden und Anfeuernden beeilten sich, es den Mördern nachzutun und stolz ihre blutverschmierten Hände den begierigen Kameras entgegenzuhalten. Zwei Sachen kommen zusammen: das atavistisch anmutende Ritual von Mord und Leichenschändung, das ein Kollektiv der bekennenden Täter zusammenschmiedet, dem zu entrinnen nicht mehr möglich sein soll, und die Spekulation auf die Macht der Bilder. Von den Tätern und Mittätern des Jahres 2000 ist vor allem das Bild eines 19-jährigen Mannes in Erinnerung geblieben, dessen in Jubel und Verzückung erstrahlendes Gesicht sich nicht von dem eines 15-Jährigen aus einer anderen Kultursphäre unterscheidet, der von der Angebeteten erstmals geküsst wurde. Während die einen ihr Glück, das sie nicht teilen können und hoffentlich auch nicht wollen, ausschließlich für sich genießen, wird den anderen statt eines Kusses von der Geliebten als Ersatz für die ihnen verwehrte unmittelbare Teilhabe an einem kollektiv begangenen Blutbad klebriges Süßzeug verabreicht.

In den 23 Jahren, die seit jenem Okto­ber 2000 vergangen sind, ist bei den Tä­tern jede Rücksicht auf eine internationale Öffentlichkeit, der man sich gar nicht mehr groß anzudienen braucht, verflogen. Hamas weiß, dass ihnen inzwischen alles vorab vergeben wird. Die Bilder von jüdischem Blut und Baklava als Ausdruck infantiler Brüderlichkeit bzw. Schwesterlichkeit haben sich als Auftrag und Erfüllung in die Hirne ganz westlicher Menschen eingebrannt. In den USA und in der Berliner Universität der Künste ist es nach Ten Seven „weißen“ Freunden unschuldiger Zivilisten in Gaza ein besonderes Anliegen, ihre mit roter Farbe beschmierten Hände anklagend den Pressefotografen entgegenzustrecken. Auch sie waschen ihre Hände in jüdischem Blut.

Free Palestine from German Guilt!

Von Antisemitismus sollte man im Zusammenhang mit Ten Seven zunächst gar nicht sprechen, sondern ganz präzise von der Praxis des eliminatorischen Antisemitismus. Denn das Wort eliminatorischer Antisemitismus beschreibt nicht nur, was am 7. Oktober 2023 auf begrenztem Territorium verbrochen wurde, er ist grenzenlos und will die judenfreie Welt. Der Unterschied zwischen dem Ressentiment gegen die Juden als den Agenten des Finanzkapitals, die sich mit illegitimen Mitteln Vorteile sichern wollten, wie es in den Köpfen von Millionen Bewohnern westlicher Staaten herumrumort und dem, was von der islamischen Welt angeführt, mit Abstufungen der globale Süden willig übernommen hat, ist keine Frage nach dem korrekten Begriff. Die einen murmeln und murren und wissen selbstverständlich Bescheid, die anderen tun es, bzw. rufen dazu auf.

Praktizierter Antisemitismus nach 1945 hat die Shoah zur Voraussetzung. Wo er zur Tat schreitet, lässt er keinen Zweifel daran, dass er sich genau darauf bezieht und das Werk der Deutschen weltweit vollenden will. Im Nachkriegsdeutschland waren es die Taten von Rechtsradikalen, etwa um die Wehrsportgruppe Hoffmann, die 1980 Schlomo Lewin und seine Lebensgefährtin Frieda Poeschke, die keine Jüdin war, in ihrem Haus in Erlangen ermordet hatten und schon ein Jahrzehnt davor die einer irre gewordenen APO, die selbst vor einem zum Glück missglückten Bombenanschlag auf das voll besetzte jüdische Gemeindezentrum in Berlin – am 9. November 1969 – nicht zurückschreckte. Als Drahtzieher wurde Jahrzehnte später der Kommunarde und spätere Politiker der Westberliner Alternativen Liste Dieter Kunzelmann enttarnt. Wer 1970 den Brandanschlag auf das jüdische Altersheim mit 7 Toten in München verübt hatte, Links- oder Rechtsradikale, wird wohl unaufgeklärt bleiben. Was beide verbindet, Karl-Heinz Hoffmann und Kumpane einerseits und die Wehrsportgruppen RAF und Bewegung 2. Juni andererseits, waren nicht zuletzt die guten Freunde vom palästinensischen Widerstand im Libanon, von denen sie sich militärisch ausbilden ließen.

Während die offen antisemitischen Rechtsradikalen, seit die AFD ihnen den Rang unwiderruflich abgelaufen hat, von winzigen Splittergruppen abgesehen, fast verschwunden sind und die Führung der AFD linke Kritiker des Antisemitismus stets aufs Neue dadurch aus der Fassung bringt, dass sie sich zumindest teilweise proisraelisch verlautbart, hat sich die radikale Linke schon viele Jahre davor scheinbar von dem emanzipiert, was Dieter Kunzelmann und andere Verbrecher noch im Sinne des weltweiten Aufstands des globalen Südens, den man damals noch Trikont nannte, für sich nutzen wollten. „Scheinbar“ bedeutet, dass eine neue, unorganisierte, auf Zuruf agierende Generation Linker das, was einige ehemalige Mitglieder von RAF und Bewegung 2. Juni in Berlin im Jahr 2000 im vollbesetzten Szeneclub SO 36 vor über 500 Leuten selbstkritisch eingestanden hatten, gar nicht erst mitbekommen haben und seither unwillig sind, es zu rezipieren: dass ihr Pakt mit Fatah und PFLP in den 1970er Jahren ein Pakt von Antisemiten mit eliminatorischen Antisemiten war. Der eliminatorische Antisemitismus ist seit spätestens dem Jahr 2000 jedenfalls nicht rechtsradikal oder sonst neonazistisch und auch nicht mehr die Domäne von Antiimperialisten alten Zuschnitts, die es nicht mehr gibt, sondern das Bekenntnis einer Koalition aus urbanen Identitätssuchern und islamischen Vollstreckern. Seinen ungeheuren Erfolg verdankt er sanften Unmenschen aus westlichen Ländern, die in ihrem Privatleben nichts mit Moslems verbindet: sanften Unmenschen mit akademischen Abschlüssen und einem von London über Madrid, Paris, Athen, New York und selbstredend Berlin reichenden Sprachcode, der, auszugsweise zitiert, so klingt:

MASSENPROTEST: Dekolonisieren! Gegen Unterdrückung weltweit! 21. 10. DEMONSTRATION 16:00 ORANIENPLATZ | Genug ist genug! Entkolonialisiert unseren Geist, unseren Körper und unser Leben! // […] Wir fordern eine Welt ohne Apartheid, Grenzen und Faschismus!

Die Politik und die Interessen der EU bringen den Nahen Osten immer wieder durcheinander und zwingen Millionen von Menschen dazu, ihre Heimat zu verlassen. Obwohl Europa für politische Unruhen, Kriege und den Klimawandel im globalen Süden verantwortlich ist, bleiben die EU-Grenzen das größte Hindernis für Menschen, die vor Tod und Armut fliehen. Frontex, die brutale Küstenwache, Pushbacks, Abschiebungen und die ständige Kriminalisierung von Migrantengemeinschaften in Europa bringen Millionen von Frauen*, Kindern und LGBTQI-Gemeinschaften in ernste Gefahr. Überall auf der Welt, von den unterdrückten muslimischen Frauen* in Frankreich, die gezwungen werden, ihren Hijab und ihre Abaya abzulegen, bis hin zu den Frauen*, die im Iran gegen das islamische Regime kämpfen, das sie zwingt, einen Hijab zu tragen und ihnen ihre grundlegendsten Rechte nimmt, bleibt der Kampf derselbe. […] Ob Diktatur, (Siedler-)Kolonialismus, Besatzung, auf der Straße, bei der Polizei, am Arbeitsplatz oder in der Schule – wir sind ständig Unterdrückung, Repression und Ausbeutung ausgesetzt.

Genug ist genug!

Wir fordern eine Welt ohne Apartheid, Grenzen und Faschismus!“ (3)

Mit dieser Montage aus Textbausteinen, die in London und Barcelona wohl schon tausende Male vorgetragen wurden, haben diesmal Mordbuben und Mordmädel aus Berlins widerständigen Kiezen am 21. Oktober 2023 zu einer Demonstration für Palästina aufgerufen, 14 Tage nach Ten Seven und einen Tag vor der proisraelischen Kundgebung am Brandenburger Tor, auf der nicht der Bundespräsident, sondern der israelische Botschafter der Hauptredner war und ein Rabbiner das Totengebet gesprochen hat. Dem Protestzug voran gingen ca. tausend sogenannte weiße Menschen, vor allem deutsche, aber zu einem guten Teil auch spanische, italienische, schwedische, US-amerikanische Bewohner Berlins und hintendrein mindestens dreitausend bekennende Palästinenser. Freudig in Empfang genommen wurde der Zug des Grauens am Zielpunkt der Demonstration von über tausend jubelnden Palästinensern auf dem Hermannplatz unter Juhu- und Yallah-Geschrei. Bekanntlich waren auf den späteren Demon­stra­tionen in Berlin weit mehr Leute, aus beiden Spektren. Manche Leute, die früher auch immer dabei waren, sind diesmal zu Hause geblieben. Von ihnen berichtete die BZ am 18. Oktober 2023: „Auch unser Alltag in Deutschland wird vom Judenhass bestimmt. Früher haben wir im lebhaften Kreuzberg täglich hebräische Wortfetzen auf der Straße vernommen – heute beißen wir uns auf die Zunge und halten die Luft an, wenn unsere kleinen Kinder Hebräisch sprechen, weswegen wir jetzt nicht mehr in unserer Nachbarschaft spazieren gehen. Als mir doch etwas auf Hebräisch herausrutscht, bleibt ein Mann stehen – und antwortet! Er sei auch aus Israel, mit Frau und Kleinkind und fragt meinen Mann, ob sie die Nummer austauschen können: ‚Wir wohnen an der Sonnenallee und haben Angst. Es ist gut zu wissen, dass wir im Notfall Israelis in der Nähe haben, die uns helfen können.’“

Der Muff von tausend Jahren

Das Flugblatt zusammengefasst ergibt das Bekenntnis einer weltweiten Front, deren Einzelfraktionen sich auch nach Ten Seven einig sind: Fridays for Future und die Klimakleber, Seenotretter und Freunde der Willkommenskultur, Antifaschisten, Feministinnen, schwulen- bzw. lesbenhassende LGBTQI-Menschen und so weiter. Was sie mit ihrem Körper und Leben gemacht haben, weiß man nicht so genau, ihren Geist haben sie jedenfalls nachhaltig dekolonisiert. Sie haben sich befreit vom „Judenknax“, wie sich 1970 der wegen eines technischen Defekts verhinderte Judenmörder Dieter Kunzelmann ausdrückte, womit er die Mehrheitsdeutschen meinte, die partout die palästinensische Sache nicht zu der ihren machen wollten – so sehr sie zugleich die „Wiedergutmachungszahlungen“ der BRD an Israel ablehnten. Heute könnte der 2018 verstorbene Dieter Kunzelmann frohlocken, denn jedenfalls in der aktuell aktiven deutschen Linken ist es mit der relativen Zurückhaltung gegenüber Israel, wie sie in den Jahren 2000 bis höchstens 2020 noch vorherrschend war, vorbei. Heute heißt die Parole: „Free Palestine from German Guilt“.

Dekolonisierung ist die Chiffre für die Austreibung einer morsch gewordenen Autorität, die im Namen der Menschlichkeit mit den Mitteln westlichen Denkens zuerst den Deutschen und darüber hinaus der ganzen Menschheit ihren kaum noch verklausulierten Wunsch nach einem neuen Holocaust ausreden wollte. „Dekolonisiert euch!“ meint den ganz antiautoritär vorgetragen Wunsch, alles auszutreiben, was einmal mit dem christlichen Abendland, der Aufklärung und der Kritik in kommunistischer Absicht in Verbindung stand. Durchaus anschlussfähig an die Verhohnepipelung des deutschen „Judenknaxes“ ist das zuerst in den späten 1960er-Jahren gezeigte Transparent, das allerlei Professoren im Ornat mit dem Spruch „Unter den Talaren der Muff von tausend Jahren“ konfrontierte und heute Kultstatus hat. Das war nur zum kleinsten Teil eine Kritik am tausendjährigen Reich Hitlers und des zumeist unangefochtenen Fortwirkens der ihm verpflichteten Professoren in der frühen BRD. Das mit den tausend Jahren haben die APO und all die anderen Kommunarden wörtlich genommen und eben nicht über die 12-jährige Periode der im Nationalsozialismus gleichgeschalteten Lehre an den deutschen Universitäten gesprochen, sondern über eine viel schwerere Last, die abzuschütteln das Gebot der Stunde sei. Denn tausend Jahre zurück reicht die Beschäftigung christlicher Mönche mit der Philosophie des Aristoteles, von dem man heute nur noch weiß, dass er nichts gegen Sklaverei einzuwenden hatte. Abzuschütteln ist seither die Hinterlassenschaft einer Autorität, als die jedes Wissen firmiert, das über die Beherrschung von Computerprogrammen bzw. die Aneignung postmoderner Schlagwörter hinausgeht. Jenes zur Selbstreflexion befähigende Wissen, das die Meinung ausdrücklich verwirft und den Einzelnen autoritär daran gemahnt, dass die Beteiligung am Austausch von Argumenten an Voraussetzungen gebunden ist, die man sich erst erarbeiten muss, erstickt angeblich den spontanen Gedanken. Das glaubt man seit 1969 zu wissen und verwirft es zugunsten der Freiheit, einfach auszurufen, wie es einem ist. Dabei ist nach Auschwitz doch bekannt, dass Spontanität, gerade weil sie die Autorität des um Wahrheit bemühten Wissens verwirft, genuin autoritär ist und lediglich mobilisiert, was die Zurichtung des Subjekts zu Herrschaftszwecken über die Jahrhunderte an abrufbaren Ablagerungen im Unbewusstsein hinterlassen hat und weiterhin hinterlässt. Während das ozeanische Gefühl, das man in der sexuellen Vereinigung mit dem Objekt seiner Leidenschaft erlebt, eben genau auf diese besonderen Momente bezogen, Befreiung verspricht, ist es übertragen auf kollektive Erlebnisse Ausdruck von Regression und Gewalt. Das Grauen, das ausgelebte Spontanität unter Brüdern und Schwestern, sisters and ­brothers, produzieren muss, artikuliert sich authentisch im Yallah-Geschrei der Möchtegern-Massenmörder auf der Demo, von denen man Enthemmung lernt.

Benennen, was man nicht will

Ich könnte hier enden, weil damit vielleicht schon alles über die Aufgabe von Ideologiekritikern gesagt ist. Aber ich gehöre nicht zur Akademie und wollte nie dorthin, denn wo Ideologiekritik zum Beruf wird, wie bei manchen unserer Freunde, die mit Israelfahnen auf die Kundgebung gehen, wird der gar nicht so gute Wille zur zynischen Geste. Akademisch versierte Kenner des Antisemitismus-Diskurses entblödeten sich nicht, z. B. am 20. Oktober 2023 in Wien auf ihre in blau-weiß gehaltenen Transparente „gegen jeden Antisemitismus, Islamismus und Rassismus“ zu schreiben. Gegen jeden Antisemitismus meint: Wir müssen immer auch die antisemitische Gefahr von rechts sehen, sonst, – ja, was denn eigentlich sonst? Der Rassemblement National bekräftigt in den Worten von Marine Le Pen gegen die von Jean-Luc Mélenchon angeführte antisemitische Linke in Frankreich ausdrücklich: „Es muss Israel erlaubt sein, die Hamas auszumerzen“ und Ministerpräsidentin Meloni spricht sich weit überzeugender für das Selbstverteidigungsrecht Israels aus als ihre linken Konkurrenten. Nein, wer seit dem Oktober 2023 für Israel aufsteht, müsste den Antisemitismus zum Gegner erklären und der ist wahrhaft keine Domäne von Marine Le Pen, die ihren einschlägigen Vater bekanntlich wegen dessen Antisemitismus vom Hof gejagt hat, sondern islamisch und links. Im gleichen Atemzug sich gegen Rassismus auszusprechen ist da nur konsequent, aber ausgesprochen zynisch. Welchen meinen sie denn? Den von jüdischen Apartheid-Anhängern in Israel, wie die linke Konkurrenz sich ausdrückt, wohl eher nicht. Man bleibt aber anschlussfähig zum antifaschistischen Mainstream und spricht sich allen Ernstes für Israel und gegen die Abschiebung islamischer Antisemiten aus und gegen die Forderung nach der Begrenzung und irgendwann einmal dem wünschenswerten Ende islamischer Einwanderung. Dominique Bernard ist am 13. Oktober in Arras von einem tschetschenischen Islamisten ermordet worden, sechs Tage nach Ten Seven. Am 16. Oktober sind in Brüssel zwei schwedische Fußballfans von einem erklärten Fan des Islamischen Staates ermordet worden, neun Tage nach Seven Ten. Der Täter ist Tunesier und wird in seinem Heimatland wegen Terrorismus gesucht. Am 5. November ging am Rande einer propalästinensischen Demonstration in Thousand Oaks im Großraum Los Angeles der 69-jährige jüdische Gegendemonstrant Paul Kessler, nachdem er von einem IT-Professor namens Loay Alnaji mit einem Megaphon angegriffen wurde, zu Boden und starb. Ebenfalls am 5. November 2023 wurde in Lyon eine jüdische Frau an ihrer Wohnungstür mit einem Messer verletzt. Auf ihrer Tür war mit dem gleichen Messer ein Hakenkreuz eingeritzt worden. Als jüdisch kenntlich war das Opfer durch eine am Türstock angebrachte Mesusa. Geht das Antirassisten für Israel noch etwas an? Und jener Lehrer, der in einem Gymnasium an der Neuköllner Sonnenallee zwei Tage nach Ten Seven einem vierzehnjährigen Schüler, der in eine Palästina-Fahne gehüllt auf dem Pausenhof erschien, das Tragen dieses Bluttuchs verbieten wollte und dem in Reaktion auf die Beleidigungen und Schläge des 14-jährigen Schülers die Hand ausgerutscht ist, woraufhin er von einem 15-jährigen moslemischen Schüler zu Boden geschlagen wurde? Ist man mit dem und ausdrücklich gegen die jugendlichen Aggressoren solidarisch? Solche und die vielen nicht gesammelten, oft noch nicht einmal öffentlich bekannt gemachten Taten, die nicht nur antisemitische Propagandataten waren, verschwinden im Kampfruf „gegen Rassismus“, aber auch im nach Differenzierung verlangenden „gegen jeden Antisemitismus“ und laufen damit auf die Forderung „dekolonisiert euch!“ hinaus.

Wer eine gesittetere Welt herbeiwünscht, wie sie Thomas Mann im Jahr 1942 für existent hielt, sollte wenigstens in Umrissen benennen können, was er nicht will. Und dazu müsste unbedingt gehören, nicht nur unter Freunden beim Wein, sondern nüchtern und öffentlich einzubekennen, dass man mit Leuten, die genau dann „Yallah, Intifada“ oder „From the River to the Sea“ geschrien haben, als sie die Bilder von der Schändung des entkleideten und zu diesem Zeitpunkt hoffentlich schon toten Körpers von Shani Louk auf ihrem Smartphone vorgefunden haben, nicht zusammenleben will, was die Forderung nach ihrer Abschiebung in eines der Yallah-Länder mit einbezieht. Dazu gehört auch, Allahu-Akbar-Schreier gar nicht erst hineinzulassen. Solche zum Beispiel, die bereits am Tag eins, an Ten Seven, wahrscheinlich auch nach dem Empfang der Bilder von Shani Louks geschändeten Leichnam, es für ganz selbstverständlich hielten, ihren eliminatorischen Antisemitismus im Aufnahmezentrum herauszuschreien: „Dutzende Flüchtlinge feierten demnach in einem Aufnahmezentrum auf der griechischen Insel Samos die Terrorangriffe der palästinensischen Islamisten. Die Flüchtlinge sollen den Sieg der Hamas beschworen und lautstark ‚Allahu akbar‘ […] gerufen haben. […] Die auf Samos gestrandeten Flüchtlinge kommen aus zahlreichen Ländern, darunter insbesondere aber aus Syrien und Irak. Auch in anderen Asylbewerber-Einrichtungen sollen Flüchtlinge angesichts der Hamas-Offensive gejubelt haben, das sagte ein ehrenamtlicher Aktivist, der sich oft in Griechenland und Italien aufhält“. So berichtete es der Tagesspiegel in seiner online-Ausgabe am 7.10.2023 um 16:57 Uhr.

Justus Wertmüller (Bahamas 93 / 2024)

Anmerkungen:

  1. https://www.youtube.com/watch?v=vMCgky JvEr8
  2. https://ghdi.ghi-dc.org/sub_document.cfm? document_id=1584&language=german
  3. https://radar.squat.net/en/node/453526

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Alle bisher erschienenen Ausgaben der Bahamas finden Sie im Heft-Archiv jeweils mit Inhaltsverzeichnis, Editorial und drei online lesbaren Artikeln.


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Reprint Band 2

A1 Plakat

Für Israel

gegen die postkoloniale

Konterrevolution

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Reprint Bände

Reprint Bände

Nachdruck von

jeweils 10 Heften

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Buch von Justus Wertmüller

Verschwörungen

gegen das

Türkentum

218 Seiten, 15 €

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Bahamas Stofftasche 38 x 40 cm

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38 x 40 cm

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Ansteckbutton 25 mm

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