Indymediaposting vom 23.02.2003:
Eindrücke vom Antideutschen Berliner Bündnis mit der NPD
von Sektenbeauftragter - 23.02.2003 21:58
Oder Kurzbericht von der Bahamas Veranstaltung am 14.02.2003 in der TU-Berlin: Titel der Veranstaltung: No Peace for Saddam, Fight Old Europe
Veranstalter: Justus Wertmüller, Redaktion Bahamas, Tjark Kunstreich, Berliner Bündnis gegen IG Farben, ASTA TU Berlin
Mobilisiert hatten gemeinsam das Berliner Bündnis gegen IG Farben in der Person Tjark Kunstreichs, sowie die Redaktion Bahamas in der Person Justus Wertmüllers und der ASTA der TU.
Es ging gegen die "Friedensvolksgemeinschaft- von SPD bis Hisbollah", die am nächsten Tag bei der bundesweiten "Kein Krieg im Irak" -Demonstration den Schulterschluss von NPD über Grün bis zu den islamischfaschistischen Massen proben wollten. Das Eingangsreferat von Tjark Kunstreich beschäftigte sich in reichlich weinerlichem Ton mit eben diesem Gesamtkonstrukt. Für die Entlarvung des besonders Bösen und Antisemitischen in der deutschen Seele reihte er in wirrer Folge Zitate von deutschen Schauspielern und TV Moderatoren aneinander. Diese belegten seiner Meinung nach, dass das eigentliche Ziel dieser Gemeinschaft der Angriff auf den Staat Israel sei, den der "Giftgasonkel Saddam" durchführen wolle und den die deutsche Gemeinschaft schon im vorhinein rechtfertigen wolle. Dies war die Einleitung zum eigentlichen Star des Abends, die notorische, kettenrauchende Großdiva der Antideutschen Justus Wertmüller. Dieser begann sein Referat mit einem Artikel aus der Berliner Zeitung, die ihm ein Antideutscher Warnmelder per e-mail geschickt hatte: "Der zufällige Tod der Nadine Wünsch". Zunächst fragte Wertmüller ob jemand diese Nadine Wünsch, oder den Schreiber des Artikels Alexander Osang kennen würde, als dies niemand bejahte, wollte er dem Publikum nun Gelegenheit geben, sie darüber zu informieren. Nadine Wünsch sei ein deutsches Au-Pair Mädchen gewesen, dass in New York von einem LKW tödlich erfasst wurde. Nun müsse man sich fragen warum das passiert sei, sei das einfach das Recht des Stärkeren gewesen, dass da durchgesetzt wurde oder sei das einfach mal wieder ein blondes deutsches Mädel weniger? Anerkennendes Gelächter. Warum dieses Mitleid mit Nadine Wünsch? "War das einfach mal so ein richtig dickes Ding, was da in ein deutsches Mädel gefahren ist, so wie da auch ein dickes Ding in den deutschen Aussenminister gefahren ist, der wird ja auch immer fetter!" Grölendes Gelächter im Publikum. (Der ebenfalls übergewichtige Kunstreich konnte hier nicht recht mitlachen). Aber eigentlich beschäftige sich der Artikel ja mit der Tatsache, warum in den USA niemand um Nadine Wünsch trauern würde und das hätte ja sehr wohl mit der deutschen Volksseele zu tun, wie der Redakteur Osang selbstmitleidsvoll bemängeln würde. Ebendies hätte seinen guten Grund, denn wer wolle schon mit den hässlichen Deutschen zusammengebracht werden, auch, so fügt Wertmüller hinzu, wenn es sich um ein appetitliches deutsches Au-Pair Mädchen handeln würde. Das löste Kichern in den antideutschen Reihen aus. Der weitere Vortrag beschäftigte sich immer mit anzüglichen, sexualisierten Rekursionen auf Nadine Wünsch mit dem Verhältnis zwischen Volksdeutschen und den USA und fand bald seine Überleitung zu den ersten Antifaschisten in Europa, den Briten und mit ihnen Winston Churchill.
Die ersten Berichte über die Existenz von Auschwitz kämen immerhin aus England und überhaupt wäre der Unterschied zwischen den Russen und Briten der, dass die Briten weniger Kommunisten umgebracht hätten. Daran schloss sich eine längere Lobrede auf Churchill und seine Verdienste an. Das größte Verdienst der Engländer aber wären die Bombennächte gewesen. Seine Freude über die Bombentoten, brachte er unter anderem damit zum Ausdruck, dass diese einigen Deutschen ja kuschelige Bunkernächte beschert hätten, wo sich so mancher nahe gekommen sei. Ansonsten hätte alleine der Durchhaltewille der deutschen Bevölkerung diese Bombardierungen notwendig gemacht. Hernach zitierte er ausgiebig aus Jörg Friedrichs Bestseller "Der Brand", das sich mit dem britischen Bombenkrieg 1940-45 beschäftigt und kommt zu dem Schluss, dass es sich um ein Nazi-Buch handele. Dies belegte er unter anderem mit Zitaten, in welchen der Bombeneinschlag auf ein Heim für behinderte Kinder geschildert wird, mit dem Verweis, dass kein Wort zu der Vernichtung unwerten Lebens durch die Nazis darin stehe. Diese gelogene Behauptung (J. Friedrichs geht hier sehr wohl drauf ein, offensichtlich aber nicht im antideutschen Sinne) hält Wertmüller dann aber nicht ab, sich selber über Geisteskranke lustig zu machen. Er zitiert unter anschwellendem Hohngelächter Passagen aus dem Buch, in denen beschrieben wird, welches die Bedingungen für deutsche Flüchtlinge aus dem Osten waren, die sich auf Schiffe vor Usedom geflüchtet hatten. Während diese Bedingungen, die anwesenden Antideutschen schon sehr belustigten, war es dann vollends um sie geschehen als Wertmüller folgendes Zitat von sich gab: "Und dort eng aneinander gekauert in Stroh und Dreck vor sich hin vegetierend, befand sich unter ihnen ein schwachsinniges Mädchen, das unablässig vor sich hinsabberte". Johlendes Gelächter im Saal. Kern des Buches von Friedrichs ist eine Kritik am "moral bombing" der Briten, das eben absichtlich gegen die Zivilbevölkerung gerichtet war. Eben dieses rechtfertigte Wertmüller dann sehr wortreich und sprach sich für ein "moral bombing" des Irak aus, das sich allein dann schon lohne, wenn ein einziger SS-Scherge Saddams die Waffen strecke.
Danach gab es keine Diskussion, denn gegen den Sektenchef durfte ja nun keiner was sagen. Wertmüller empfahl dann, dass sich alle von denjenigen falschen Freunden trennen sollten, die beispielsweise am nächsten Tag zu der Friedensdemonstration gehen würden. Ein Antideutscher meldete sich noch zu Wort und sagte, er würde aber gar keinen kennen, der da hingehen würde, was ihm ein mildtätiges Lächeln seines Sektenführers einbrachte.
Antideutscher Kommunismus = Unterstützung für die NPD
Da dann niemand etwas sagen wollte, schliesslich war man mit gerade 50 BesucherInnen reichlich unter sich, ergriff Tjark Kunstreich das Wort, rief zur antideutschen Pro-Kriegsdemonstration am nächsten Tag auf. Wichtiger noch war ihm, "alle Antifas eindringlich davor zu warnen, am nächsten Tag irgend etwas gegen Nazis zu unternehmen". Bekanntermaßen hatte die NPD sich mit bis zu 400 KundgebungsteilnehmerInnen für die Friedenskundgebung angesagt. Auch von anderen rechtsextremen Gruppen gab es Aufrufe, sich hieran zu beteiligen. Hierauf hatten sich bereits mehrere antifaschistische Gruppen vorbereitet, mit Auseinandersetzungen konnte gerechnet werden. Mit dem Aufruf, den Nazis nichts zu tun, glaubte er am nächsten Tag, die deutsche Fratze entlarven zu können.
Für diesen Aufruf und für das Eintreten der Bombardierung Iraks ernteten sie kräftigen Applaus. Ende der Veranstaltung. Danach gings weiter in die belebte Wiener Strasse in Kreuzberg, wo man die antideutsche Stammkneipe "Advena" aufsuchte. Nach mehreren Weizenbieren, die wie immer im Kreise gerade nicht mehr minderjähriger Frauen eingenommen wurden, gab dann Justus noch einige Araberwitze zum Besten.