Gegen das Bündnis der Kriegstreiber von Linkspartei und Hamas! Solidarität mit Israel!

Kundgebung vor dem Karl-Liebknecht-Haus am 12. Juni 2010

Grußwort von Thomas von der Osten-Sacken

Liebe Freundinnen und Freunde,

sehr geehrte Damen und Herren,

 

hiermit möchte ich ausdrücklich meinem Bedauern Ausdruck verleihen, heute nicht an dieser richtigen und wichtigen Demonstration teilnehmen zu können. Ich wünsche Euch und Ihnen aber viel Erfolg und grüße aus Suleymaniah in Irakisch-Kurdistan. Wobei wir schon beim Thema dieses kurzen Grußwortes angelangt wären.

Immer wieder zeigen sich Besucher aus dem Westen erstaunt, dass es hier, sozusagen im Herzen des Nahen Osten eines jedenfalls nicht gibt: die hysterische, antisemitische Israelfeindschaft, die einem sonst leider so häufig im Nahen Osten begegnet.

Die Irakischen Kurden, von den Islamisten unter ihnen, die glücklicherweise nicht mehr sehr einflussreich sind, mal angesehen, haben schlicht kein Problem mit Israel. Viele verteidigen Israel sogar als eine funktionierende Demokratie, wie sie sie auch gerne hätten und als Land, das ihnen, anders etwa als der Iran, die Türkei oder Syrien, vom Irak unter Saddam ganz zu schweigen, nie etwas getan hat. Es gibt sogar eine in Arbil erscheinende Zeitung „Israel-Kurd“ und, man staune, bei einer kürzlich getätigten Umfrage erklärten 70% der befragten irakischen Kurden sie befürworteten die Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit Israel.

Die irakischen Kurden sind also nicht nur proamerikanisch, sondern viele von ihnen auch noch proisraelisch. Ja, es befand sich ein Teilnehmer, der in Suleymaniah geboren war, auf der Mavi Marmara, seine Familie entschuldigte sich in den Medien für ihn und versuchte zu erklären, er hätte psychische Probleme. Stolz, nein, das waren sie nicht auf ihn.

 

Kein Wunder, dass sich hier keine Solidaritätsdelegationen der Linkspartei zeigen, sondern sich deren Vertreter lieber mit allerlei Jihadisten und türkischen Faschisten zum gewalttätigen Blockadebruch nach Gaza begeben. Diese Sorte Linke, die noch jede Diktatur im Nahen Osten unterstützt hat, ist hier nämlich nicht sonderlich wohlgelitten. Man hat auch nicht vergessen, wie zäh sie damals sich dem Sturz Saddam Husseins entgegengestemmt hat. Denn im Irak und vor allem in Kurdistan haben die Leute leidvoll eines begriffen und gelernt: Große Nahostführer bringen nur Elend und mehr Elend. Und wer mit Jihadisten paktiert, die hier, nach all den blutigen Massakern der letzten Jahre, nur Terroristen genannt werden, der ist ein Feind der Freiheit. Ein neuer Naher Osten, in dem Freiheit, Säkularismus und die Gleichheit der Geschlechter, ja in dem das Individuum mit seinen Wünschen etwas zählt und nicht repressive Kollektive,  aber kann nur gegen Islamisten und niemals mit ihnen gemeinsam errichtet werden. Nicht etwa Israel steht dem im Weg, sondern seine erklärten Todfeinde, wie etwa die Passagiere auf der Mavi Marmara,

Die haben deshalb vielleicht nicht ganz Unrecht, wenn sie Kurdistan abfällig das Israel des Irak nennen. Nur stört das hier, wie erst kürzlich wieder Clifford May in Interviews festgestellt hat, niemanden. Wenn nun Kurden auch noch sehen, wie Türkeifahnen von Grauen Wölfen und radikalislamischen Organisationen geschwenkt werden und ausgerechnet Erdogan sich zum neuen Schutzherren der Hamas aufspielt, so wächst ihre Sympathie auch nicht gerade. Selbst unter türkischen Kurden, die immer wesentlich antiisraelischer eingestellt waren als die im Irak und Iran, bewegt sich dieser Tage etwas.

Hier jedenfalls bombardieren gerade einhellig türkisches und iranisches Militär die Grenzdörfer in Quandil in ihrem Krieg gegen die PKK. Leiden tun darunter vor allem Zivilisten. Das ist natürlich den Freunden der Hamas egal, denn es sind ja keine Palästinenser, die da sterben.

 

Die Linkspartei jedenfalls sollte von nun an ehrlich sein und lieber mit Ahmedinejad und Erdogan für die Hamas eintreten, und sich bitte fortan ihre hohlen Phrasen für die Kurden sparen. Solidarität, soll sie nicht zur hohlen Phrase im Munde von Islamfaschisten verkommen, wäre etwas anderes.

 

Im neuen freien Nahen Osten nämlich, der eines Tages, so hoffen wir alle, kommen wird, wird kein Platz sein für die Passagiere der Mavi Marmara und ihre Freunde. Die werden dann besser im Karl Liebknecht Haus aufgehoben sein, als Asylbewerber sozusagen, das man allerdings auch noch umbenennen sollte. Vielleicht in Sheikh Yassin Haus?

 

In diesem Sinne wünsche ich ein gutes Gelingen der Kundgebung.

 

Thomas v. der Osten-Sacken